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Falling

Programm - Innsbruck

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DI, 22.06. 17:45
MI, 23.06. 17:45

Filmposter

Inhalt

Mit einem intensiven Drama um eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung, gibt Schauspieler Viggo Mortensen sein Regiedebüt.

Viggo Mortensen ist ein Leading Men unserer Zeit, ein Schauspieler, der sich so intensiv in seine Rollen versenkt, dass er für die Zeit des Drehs mit seinen Figuren verschmilzt: Als er in den "Herr der Ringe"-Filme spielte, merkte er nicht einmal, dass Regisseur Peter Jackson ihn konsequent nur noch als "Aragorn" anredete. Und als ihm beim Dreh zwei Zähne abbrachen, bat er die Crew, sie ihm wieder anzukleben, damit er die Szene fertigdrehen konnte. Der Ausnahmeschauspieler legt nun im Alter von 60 Jahren sein Regiedebüt vor. Es kann nicht verwundern, dass es ein Schauspielerfilm geworden ist, intensiv und aufwühlend, aber auch konzentriert und auf den Punkt: Wenn es Action gibt, dann spielt sie sich in den Gesichtern der Schauspieler ab in diesem zwischen den Sechziger- bzw. Siebzigerjahren und der Gegenwart springenden Familiendrama, das davon erzählt, wie schwer das Erbe der Väter auf den Söhnen lastet. Ein bisschen fühlt man sich erinnert an die Regiedebüts von Gary Oldman ("Nil By Mouth") und Tim Roth ("The War Zone"), ebenso unerbittliche Filme, die darum ringen, mit der Gewalt der Väter einen fragilen Burgfrieden zu schließen.

"Entschuldige, dass ich dich in diese Welt gebracht habe, nur damit du wieder sterben kannst", sagt Willis, gespielt von Sverrir Gudnason aus "Borg/McEnroe", zu seinem kleinen Sohn John. Er erweist sich als strenger Vater, der seinen zarten Sohn mit seiner Härte zu ihm und seiner Mutter von sich entfremdet. In der Gegenwart ist Willis, jetzt gespielt von Lance Henriksen, ein alter Mann, dessen zunehmende Demenz seinen Sohn zwingt, ihn bei sich in Los Angeles aufzunehmen. Was alte Wunden sofort wieder aufreißt, nicht zuletzt, weil John als erwachsener Mann herausgefunden hat, Männer zu lieben, und mittlerweile verheiratet ist mit dem asiatischstämmigen Pfleger Eric. Alles rote Tücher für den greisen Willis, dessen Sexismus, Homophobie und Rassismus im Lauf der Jahre nur noch stärker ausgeprägt geworden ist. Viggo Mortensen selbst spielt John auf bewundernswert zurückhaltende Weise: Selbst dann begegnet er dem Vater noch mit Geduld und Nachsicht, wenn der wieder in einem seiner Wutausbrüche gegen Gott und die Welt zetert. Es ist Henriksens beste Rolle seit langer Zeit: ein Monster, im Krieg gegen eine Welt, die er längst nicht mehr versteht, weil er vergessen oder es sich nie zu sehen erlaubt hat, wie schön das Leben sein kann. ts.


Quelle: Blickpunkt:Film