WIR ÜBER UNS >> Geschichte: des METROPOL [des Celluloids][des Tonfilms]

DIE GESCHICHTE
des METROPOL - Tirols Multiplex

In die Wiege gelegt: 1933

LÖWENKINO von aussenAm 29.Jänner 1933 eröffnet Ferdinand Purner sen. in der Höttinger Gasse (unterhalb des Höttinger Kirchplatzes) das Löwenkino mit 142 Sitzplätzen.

Am Anfang wurden je 2 Vorstellungen am Samstag und Sonntag gespielt.

Die Bruttoeinnahmen im Jahre 1939 betrugen S 13.165,-.

Ab 1935/36 wurde das Filmangebot erweitert: 2 Filme pro Woche, täglich 2 Vorstellungen und an Sonn- und Feiertagen bereits 4 Vorstellungen.

Die Kriegsjahre: das Kino boomt

Bereits 1937/38 wurden die Pläne für einen Umbau des alten LÖWENKINOS in Angriff genommen.

Am 4.Jänner 1939 wurde der Neubau mit nunmehr 269 Sitzplätzen in Betrieb genommen: wochentags 2 und sonn- und feiertags je 4 Vorstellungen.

Die Besucherzahlen steigen weiter:

Jahr

Gesamtbesucherzahl

1939 120.000
1940 127.000
1941 151.000
1942 170.000
1943 184.000
1944 182.000
1945 230.000

Die Nachkriegsjahre

Von Anfang Juni 1945 bis 20.6.1945 bleibt das LÖWENKINO auf Anordnung der französischen Besatzung geschlossen. Ab Ende September 1945 werden bereits 4 Vorstellungen täglich gezeigt.

Stundenlohn und Leistung im Vergleich:

Jahr Vorführer Kassiererin Billeteurin Kinokarte
1946 3,80 2,90 2,-- 1,30
1999 100,- 90,- 85,- 85,-

Die wirtschaftliche Not in den Nachkriegsjahren führt zu einer Stagnation der Besucherzahlen bis 1950.

Jahr Gesamtbesucherzahl
1947 272.000
1948 275.000
1949 266.000
1950 273.000
1951 291.000
1952 303.000
1953 279.000
1970 167.000
1977 175.000
1998 432.500
1999 460.000
2000 *) 430.000
Jahr

Kat.1

Kat. 2

Kat. 3

Kat. 4

Kat. 5

1947

-,80

1,-

1,50

2,-

-,-

1948

1,55

2,05

2,45

3,05

3,65

1949

1,80

2,30

2,75

3,45

4,-

1950

2,50

3,-

3,60

4,30

5,-

1951

3,20

4,-

4,50

5,50

6,-

1952

3,20

4,-

4,50

5,50

6,-

1953

3,50

4,50

5,50

6.50

7,50

1970

12,-

16,-

20,-

23,-

26,-

1977

25,-

30,-

35,-

40,-

45,-

1998

60,-

70,-

80,-

90,-

100,-

1999 60,- 70,- 80,- 90,- 100,-
2000 70,- 80,- 90,- 100,- 110,-
2001 70,- 80,- 90,- 100,- 110,-

1959: Die Geburtsstunde des METROPOL


Eingang (Juli 1959) und Kinosaal (April 1959)

Die durchaus guten Besucherzahlen der 50er Jahre, die schlechte Erreichbarkeit des LÖWENKINOS gegenüber den Kinos jenseits des Inn und der damit verbundenen Benachteiligung bei der Belieferung mit Filmen versuchte Ferdinand Purner jun. durch ein gewagtes Projekt in den Griff zu bekommen:

Ein Kino direkt an der Innbrücke gelegen, steil ansteigend, den neuesten technischen Standards entsprechend (plane CinemaScope-Leinwand, 4-Kanal-Stereo-Ton, XENON-Projektionslampen, gepolsterte Sitze, Klimaanlage) und mit einem Fassungsraum von 600 Besuchern.

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Das Inserat zeigt deutlich die Situation des damaligen LÖWENKINOS:

"Wir danken allen werten Besuchern für die jahrelange Treue, die sie uns auch dann erwiesen haben, als es uns nicht mehr möglich war, ein Filmprogramm zu zeigen, wie wir es gerne gewünscht hätten, was uns aber wegen der verschärften Konkurrenzverhältnisse leider nur noch vereinzelt möglich war."

Klicken Sie, um den Artikel zu lesen.
TT-Pressebericht v. 20.8.1959; METROPOL mit dem "Sternenhimmel"

Die Presse war von diesem - für österreichische Verhältnisse - einmaligen Kino begeistert! Klicken Sie hier, um den Artikel zu lesen.

Der Eröffnungsfilm: FREDDY, DIE GITARRE UND DAS MEER

"Das neue Amphitheater mit seinen 600 Polstersitzen bietet dem Besucher durch die Stufenanordnung und den breiten Reihenabstand einmalige Sichtverhältnisse. Der Zuschauerraum ist mit einer modernen Klimaanlage (Luftberieselung) ausgestattet. Durch die vorzügliche Akustik und die Panoramabildwand wird dem Besucher in jeder Hinsicht das Modernste im Kinobau geboten." - Inserat am 21.8.1959.

Die 70er: Die Besucherzahlen sinken

Jahr

Gesamtbesucherzahl

Innsbruck

METROPOL

1960


3.333.000 350.000

1965


2.378.000 280.000

1970


1.443.000 167.000

1973


1.167.000 160.000

1998


770.000 432.500

Dem neuen Medium Fernsehen und einem geänderten Besucherverhalten sind ein massiver Einbruch in den Besucherzahlen zuzuschreiben. Das METROPOL konnte im wesentlichen die Besucher halten, in vielen anderen Fällen mussten die Kinos schließen: Zentral (jetzt Sparkassen-Säle, Maria-Theresien-Straße), Nonstop (jetzt Theresienbräu, Maria-Theresien-Straße), Koreth (jetzt Supermarkt und Wohnungen, Mühlau), Laurin (jetzt Supermarkt, Gumppstraße) und Forum (jetzt Jugendzentrum, Dreiheiligenstraße).

Die 80er:

1981: der Familienbetrieb Purner eröffnet das METROPOL 2. Die Philosophie des Hauses war immer das großzügige Kinoerlebnis. Daher entstand das neue Kino nicht durch Abtrennung vom großen Saal oder Einziehen eine Decke, sonder wurde als eigenes Kino mit 150 Plätzen dazugebaut.

1982: dem Trend zu Multiplexen (damals 2- und 3-Saalkinos) wird bei der damals notwendigen Bedarfsüberprüfung ein Riegel vorgeschoben. Einem Antrag des Olympia-Kinos zum Umbau des großen Balkons in einen 2. Kinosaal wurde nicht stattgegeben. Die Begründung schien einleuchtend: „Es ist mit den bestehenden und ... bereits 1981 befürworteten Kinos (METROPOL, Kammer/Cineplexx, Triumph/Central) derzeit ein Sättigungsgrad eingetreten." (Anmerkung: 1999 musste das Olympia-Kino (seit den 80er Jahren aufgrund der schlechten Lage nur mehr als Sexkino betrieben)  in der Höttinger Au einer Wohnanlage weichen und somit verschwand das letzte der originalen Kinos der 60er Jahre aus dem Innsbrucker Stadtbild.)

Dennoch war der Trend zu Mehrsaalkinos nicht mehr aufzuhalten und so begannen viele Kinobesitzer ihre schönen großen Kinosäle durch einziehen von Decken und Wänden in (kleine) Mehrsaalkinos umzufunktionieren.

Diese kleinen - oft Schuhschachtel - genannten Säle führten jedoch zum gegenteiligen Effekt: der Kinobesucher vermisste den großen Kinosaal und die große Leinwand. Fernsehen und Video schienen ein guter - und vor allem billiger - Kompromiss zu sein.

Das METROPOL mit dem einmaligen Kinosaal und der riesigen Leinwand wurde von den Kinobesuchern weiterhin gut besucht.

Die 90er:

1991: Modernisierung des METROPOL 1. Dieses wird den neuesten technischen Innovationen entsprechend adaptiert (KCS-Schallwandsystem sorgt für Tonstudioqualität; ähnlich THX).

1992: Eröffnung der neuen Säle METROPOL 3 + 4. Mit mehr als 1.200 Sitzplätzen präsentiert sich das METROPOL als größtes Kinozentrum Westösterreichs und ist es bis heute geblieben. Ein geräumiges Foyer mit Buffet und Bar laden zum Verweilen und Entspannen ein. Das METROPOL 3 ist als einziges Kino mit einer Gehörlosenanlage (Infrarot-Kopfhörer) und einer Behindertenrampe ausgestattet. Weiters ist es das erste Kino Österreichs mit "Loverchairs" (2er Sitzen ohne störende Mittellehne).

METROPOL 3 vor Fertigstellung
Das METROPOL 3 vor und nach der Fertigstellung

1993: Als erstes Tiroler Kino präsentiert das METROPOL einen 6-Kanal-Digitaltonfilm in DTS: JURASSIC PARK von Steven Spielberg.

1996: den Zeichen der Zeit folgend fällt das Familienunternehmen die Entscheidung für den Ausbau zum MULTIPLEX-Kino. (Bilder vom Umbau)

Abriß des alten METROPOL 1
Abbruch des alten METROPOL im Mai 1997

1997: das METROPOL 1 + 2 fallen der Spitzhacke zum Opfer. Die 750 gut erhaltenen Kinosessel finden sofort reißenden Absatz unter Kinofreunden und finden sich u.a. im Innsbrucker Programmkino CINE-ROYAL wieder. Auf dem Gelände hinter dem Wohnhaus Innstrasse 5 entstehen 6 neue, hochmoderne Kinos. Während des Umbaues wird das Innsbrucker LEO-Kino noch einmal voll bespielt (Anmerkung: aufgrund der "schlechteren Lage" und der Tatsache, dass es sich dabei um ein Einsaalkino handelte, konnten nur mehr selten "Blockbuster" gezeigt werden. Die Filmverleiher bestanden darauf, dass große Produktionen im METROPOL aufgeführt wurden.)


LEOKINO vor dem Umbau im Jahre 1999

Im METROPOL 3 + METROPOL 4 werden während der Bauarbeiten die neuesten Kinohits gezeigt.

Die METROBAR im kleinen Fojer
kleines Foyer mit METROBAR

19.12.1997: Eröffnung der Säle METROPOL 2, 5, 6, 7 + 8 und des gesamten neuen Foyer- und Barbereiches. 2 Wochen vor der dieser Eröffnung wird das LEOKINO geschlossen und an die Betreiber des CINEMATOGRAPH übergeben, welche dieses Kino nach einem Umbau im Juni 1999 wiedereröffnet haben.

Dropshop und Buffet
großes Foyer mit Buffet und Dropshop

Gleichzeitig mit der Eröffnung gehen diese Webseiten online und präsentieren das METROPOL als erstes Multiplexkino Österreichs im weltweiten Internet.

26.3.1998: Eröffnung des METROPOL 1. Größer, moderner und komfortabler als zuvor setzt dieses Kino wieder neue Maßstäbe für die nächste Generation. (Anmerkung: genau an diesem Tag genehmigt der Innsbrucker Stadtsenat den Bau eines weiteren Multiplex-Kinos auf dem ehemaligen Forum-Areal in Wilten, dies trotz bekannter Analysen, dass für eine Stadt mit 120.000 Einwohnern, 2 Großkinos zu viel und für beide Betreiber wirtschaftlich unrentabel sind.)

METROPOL 1 - 132qm-Leinwand, THX-Digital, uvm.
Das METROPOL 1 - liebevoll "Jumbo" genannt

21.8.1999: Das METROPOL feiert seinen Geburtstag und lädt vom 13.-15. seine Kinobesucher zum mitfeiern ein. Vom 13.-15. August wird der 70mm-Film LORD JIM mit Peter O'Toole gezeigt und am 21. August lädt das METROPOL alle Geburtstagskinder zu einem kostenlosen Filmbesuch nach freier Wahl ein.

2000:

2.8.2000: Im METROPOL wird ein neues Kassensystem installiert und aktiviert. Diese Software ermöglicht eine Online-Reservierung und einen Online-Kartenverkauf.

4.8.2000: Innsbruck bekommt ein zweites Multiplexkino am ehemaligen Forum-Areal in Wilten (das Cineplexx zieht vom Standort Wilhelm-Greil-Straße aus). Dies trotz bestehender Analysen, dass 2. Multiplexkinos kaum wirtschaftlich zu führen sind. Mit einer beispiellosen Preisdumping-Aktion (ATS 60,- pro Kinokarte) versucht der neue (alte) Mitbewerber sein Publikum zu finden. Wir passen die Preise im Sinne unserer Kunden für diesen Zeitraum an. (Anmerkung: die von den Verleihern vertraglich geforderten Mindesteintrittspreise werden unterschritten).  Das METROPOL bleibt weiterhin das größte Multiplexkino und verfügt mit dem METROPOL 1 über den größten Kinosaal Westösterreichs - daran kann auch falsche Werbung nicht ändern.

6.10.2000: der ONLINE-Bereich des METROPOL wird freigegeben. ONLINE-Kartenreservierung und ONLINE-Kartenkauf in Echtzeit sind möglich. Mit der Möglichkeit des ONLINE-Kartenkaufes für unsere STARCARD-Besitzer ist das METROPOL wieder einmal Vorreiter.

2001:

26.4.2001: zur Innsbrucker Kinogeschichte - das kleine Programmkino CINE ROYAL am Innrain schließt endgültig seine Pforten. In den letzten Jahren wurden hauptsächlich Wiederaufführungen, cineastische und Filme in Originalfassung gezeigt. Das Angebot durch die 2 bestehenden "Kunstkinos" CINEMATOGRAPH und LEO-KINO hat sicher die Schließung des Kinos beschleunigt.

20.5.2001: Der 1. Teil des Webseiten-Relaunches erfolgt. 300 Webseiten wurde für das Redesign vorbereitet und im Code umgearbeitet. Die Schriftart ARIAL hat ausgedient und wird gegen Webschriftart VERDANA ersetzt. Die Stylesheet-Technik erlaubt einen schnellen Übergang zum endgültigen Design.

... und die Geschichte wird weitergeschrieben.

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