| WIR ÜBER UNS >> Geschichte des METROPOL >> TT-Artikel 1959 |
Morgen, Freitag, eröffnet in Innsbruck und zwar am Beginn
der Innstraße am linken Innufer ein neues Lichtspieltheater seine Tore. Das sogenannte
Metropol-Kino ist das erste Amphi-Hochparterre-Theater in Innsbruck und in seiner Bauart
nicht nur für die Tiroler Landeshauptstadt, sondern für ganz Österreich eine Neuheit,
die großstädtisches Format aufweist. Man könnte es auch als ein Kino ohne
Vordermann" ansprechen.
Wie schon die Bezeichnung Amphitheater besagt, besitzt dieses Kino einen Zuschauerraum, der gleich einer römischen Arena oder einem Sportstadion steil nach oben ansteigt, so dass von jedem Sitz freie Sicht auf die Leinwand gegeben ist. Man braucht also in diesem Lichtspieltheater keine Angst mehr zu haben, einen Zwei-Meter-Mann oder eine Dame mit Hut und Feder als Vordermann zu haben. Das Kino fasst 600 Personen, die Sitze sind durchwegs gepolstert.
Der Abstand von der ersten Reihe bis zur Bildwand beträgt 6 Meter, so dass man auch in der Maurerlose" kein steifes Genick bekommt. Die Überhöhung von einer Reihe zur anderen beträgt je 32 Zentimeter, von der 1. bis zur 25. Reihe insgesamt 5,5 Meter.
Rot, Schwarz und Beige sind die hauptsächlichen Farben, in denen der hohe
und wuchtig wirkende Zuschauerraum gehalten ist. Die Beleuchtung besorgen 108 Lampen, die
in Form eines Sternenhimmels an der Decke angebracht sind. Ebenfalls von der Decke aus
erfolgen die Heizung und Belüftung. Die Plastikarbeiten der Seitenwände ruhen auf
Hohlräumen, wodurch die bestmögliche Resonanz erreicht wurde. Die Konstruktion der Decke
wurde so vorgenommen, dass diese eine Art Resonanzkasten bildet. Selbstverständlich wurde
der nach den Plänen von Architekt Ernst Meissl erstellte prächtige Kinoneubau mit den
modernsten Vorführ- und Tongeräten ausgestattet.
Mit 90 Quadratmetern verfügt das neue Metropol-Kino auch über eine große und hochreflektierende Bildwand, die aus England eingeführt werden musste. Im Rahmen des Neubaues waren schwierige Arbeiten für die Erstellung des Zu- und Abganges von bzw. zur Innstraße erforderlich, die aber eine glückliche Lösung gefunden haben. Das Lichtspieltheater verfügt neben einem Kassaraum auch über einen großen Warteraum von dem aus breite Treppen in den eigentlichen Kinosaal hinaufführen.
Da das Metropol-Kino zu den Erstaufführungs-Lichtspieltheatern zählt, wird es auch ein gutes Programm bieten können und für die Innsbrucker Filmbesucher eine erfreuliche Bereicherung darstellen. Mit der Eröffnung des Metropol-Kinos wurden die Löwenlichtspiele in der Höttinger Gasse aufgelassen.
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